Neuershausen

 

Informationen über die Pfarrkirche St. Vincentius Neuershausen (Rathausstr. 14)

Lage und Geschichte des Ortes

Elf Kilometer nordwestlich von Freiburg liegt in der Oberrheinebene zwischen Kaiserstuhl und lößbedecktem Nimberg das zu den ältesten Siedlungen des Breisgaus zählende Neuershausen.
Schon 789 wird es in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals schriftlich erwähnt. Kleine bis mittelgroße Winkelhofanlagen mit giebelständiger Stellung der Wohnhäuser prägen das Ortsbild der Landgemeinde. An der Durchgangsstraße fällt vor allem das 1781/83 nach den Plänen des Straßburger Bistumsarchitekten F. E. Pinot (1731-1801) errichtete Schloß der Gräfin Elisabeth von Schauenburg-Hennin auf (heute im Besitz des Frh. Marschall von Bieberstein). In der Nähe steht auf Grundmauern des alten „Statzenturmes“ ein 2. Herrenhaus, der Rinkenhof, mit der ehem. Zehntscheuer. Der Ortsadel läßt sich bis ins 12. Jh. zurückverfolgen bis zu jener Ritterfamilie, die sich „von Neuershausen“ benannte. Obwohl die Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg einen starken Bevölkerungs­zuwachs verzeichnete, mußte sie sich nach 1200-jähriger Geschichte am 01. Dezember 1973 mit Hugstetten, Buchheim und Holzhausen zur Großgemeinde March vereinigen, die durch eine gemeinsame Allmende jahrhundertelang miteinander verbunden gewesen sind. Die seit 1275 in Urkunden nachweisbare Pfarrei ist heute mit Holzhausen zu einem Seelsorgebezirk zusammen geschlossen. Von Kunst- und Heimatfreunden entdeckt zu werden, verdient die barocke Pfarrkirche, die sich in der rechtwinklig von der Ortsdurchfahrt abzweigenden Rathausgasse findet.

Führung durch die Kirche


 Das Kircheninnere mit vierjochigem  Langhaus strahlt festliche Wirkung aus.  Der Architekt hat mit einfachen, aber  stilsicheren Mitteln gearbeitet. Über  saalartigem Langhaus und leicht  erhöhtem Chor wölbt sich eine  flachgespannte Decke, die durch kräftige, den Raum rhythmisierende Stichkappen über den Fenstern geöffnet und gegliedert wird. In den Eckmulden zwischen Langhaus und weit gezogenem Chorbogen erscheinen schräggestellte Seitenaltäre, die den Willen der Erbauer offenbaren, einen fließenden Übergang vom Langhaus zum Chorraum zu erreichen, beide Raumteile zu verschmelzen und den Blick der Beter vor allem auf den Hochaltar zu lenken. Eine Bauidee, die durch Jl. K. Bagnatos Merdinger Kirche (1738-41) Eingang in den Breisgau gefunden hatte (vgl. den dortigen Kirchenführer). Der belebenden Durchformung des Raumes dient außerdem die über dem Mittelgang vorschwingende, gewölbte Brüstung der Orgelempore.