Hugstetten
Ersterwähnung
Patrozinium
Patron/Patronat
Frühere Diözesanzugehörigkeit
Landesherrliche Zugehörigkeit
Informationen über die Pfarrkirche St. Gallus Hugstetten (Engelgasse 25)
Neuzeitlicher Kirchenbau
Die nach dem 2.Weltkrieg stark gewachsene Pfarrgemeinde bedingte den Bau einer neuen Kirche an der Straße nach Buchheim. Verkauf der alten Kirche an die evangelische Pfarrgemeinde.1960/68 Beginn der Neubauarbeiten unter Pfarrer Wilfried Kirn nach den Plänen des Erzbischöflichen Bauamts Freiburg (Ohnmacht, Künkel, Reis) und dem Bauleiter Anton Lips, Architekt, Hugstetten. Zur Baugestalt der neuen St. Gallus-Kirche
In einfachster, schmuckloser Gestaltung der Portalfassade empfängt die 1965 eingeweihte Hugstetter Kirche ihre Besucher. Ein freigestellter Glockenturm mit Zifferblättern der Turmuhr auf den Jalousien der Glockenstube und einem bekrönenden Kreuz über dem Satteldach signalisiert schon von weitem, dass sich die katholische Pfarrgemeinde hier eine sehr schlichte, von eiserner Sparsamkeit der Jahre nach dem 2. Weltkrieg geprägte Kirche hat erbauen lassen. Vorstellungen jener Architekten über die zeitgemäße Gotteshausgestaltung waren, die vor dem 2. Vatikanischen Konzil zu solch einfache, streng-nüchternen Lösungen des Langhaus-Chroraum-Schemas geführt habe kann bedacht werden. Wenn die Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner im Jahr 2000 klagte, dass sich neuzeitliche Kirchenbauten doch von Allzweckhallen unterscheiden sollten und eine „unglaubliche puristische Ausstattung“ wenig attraktiv gewesen sei, hat solch Kritik schon vorher auch in Hugstetten zu Nachbesserungen geführt.Vor allem der aus der Gemeinde stammende, kunstbegeisterte Geistliche Rat Dr. Franz Erdin setzte sich dafür ein und sorgte damit für die Erhaltung und Rückführung alten, wertvollen Ausstattungsgutes der ehemaligen Kirche in das neue Gotteshaus, das damit ganz eigene künstlerische Akzente erhielt.
Steinfigur des hl. Gallus
Ein korpusloses Holzkreuz über dem überdachten Hauptportal fügt sich nahtlos in die Baukonzeption ein. Die als Statue in die gärtnerische Vorzonegestaltung eingebrachte Steinfigur der hl. Gallus, die aus der Portalnische der ehemaligen Kirche mitgenommen wurde, ist schon als Besonderheit und als Hinweis auf das Kirchenpatrozinium zur werten. Der Hüfinger Bildhauer Franz Xaver Reich, der 1879 im Auftrag des Architekten Lukas Engehser (Erzbischöfl. Bauamt Freiburg) die Statue schuf, hat auch sonst mit jenem Diözesanbaumeister zusammengearbeitet (etwa in der Freiburger Kirche St. Georgen). Altarraum der Gallus-Kirche
Flache Satteldächer nehmen Glockenturm und Baukörper der Kirche in ihre Obhut. Auf rechteckigem Grundriss strebt der Kirchenraum ohne Ablenkung zum Chorraum hin, die betende Gemeinde wird noch frontal nach vorne geordnet. Der Hauptraum mündet in den breit angelegten Altarraum ein. Nur die Bildfenster, der Mosaikkreuzweg und die Historische Altausstattung beleben den holz gedeckten Raum.Rechteckgrundrisse der Kirchen galten bis in die vorkonziliare Zeit als normale Gestaltungsmöglichkeit für den Langhausbau einer christlichen Gemeinde. Die Zahl „4“ des Rechtecks als Symbol ergab für die irdische Lebenswirklichkeit gläubiger Christen ein starkes Sinnbild. Himmelsrichtungen, Elemente, Jahreszeiten, Lebensalter, aber auch die vier Enden des Kreuzes und die vier Evangelien des Neuen Testaments wollten entsprechend verstanden sein.
Die „Alte Gallus Kirche“ und heutige Evangelische Kirche
In Hugstetten wird aus dem Gallus-Patrozinium der Kirche ein hohes Alter der Pfarrei abgeleitet. Es ist nicht auszuschließen, dass der Patron St. Gallus auf das 8. Jh. hinweist, als das Kloster St. Gallen zahlreichen Besitz im Breisgau gewann.Urkundlich lässt sich jedoch erst 1291 ein Pfarrer in Hugstetten nachwiesen. Die geistliche Betreuung war allerdings nicht immer gut. Und in die Zehntrechte, die der Versorgung der Kirche und baulichen Pflege diente, teilten sich meist mehrere Adelige und Klöster. Daraus resultierten oft entsprechende Schwierigkeiten. Einen großen Einfluss übten die Stürtzel von Buchheim aus.
1463 erlaubte das bischöfliche Ordinariat Konstanz eine Almosensammlung für die „Kapelle zu Hugstatt in Brisgaudia“. Der schlechte Bauzustand hatte die Aktion ausgelöst. 1597 ergriff Pfarrer Johann Kleinwalter als Seelsorger in der March die Initiative und wählte, nachdem die alten Pfarrhäuser niedergefallen waren, „das in der Mitte gelegene, bestgeeignete Hugstetten“ als Standort für den vom ihm finanzierten Pfarrhausneubau aus.
Eine Entscheidung für die folgenden Jahrhunderte.



