Holzhausen

 

Informationen über die Pfarrkirche St. Pankratius Holzhausen (Kirchstraße 10)

Der neue Zelebrationsaltar und Ambo.

Am 05. Dezember 1999 wurde durch den H. Herrn Erzbischof Dr. Oskar Saier der neue Zelebrationsaltar und Ambo geweiht. Es war für den Pfarrgemeinderat und das Erzbischöfliche Bauamt in Freiburg keine leichte Entscheidung, für unsere barocke Kirche einen Altar und Ambo aus unserer Zeit hineinstellen zu lassen.

St. Pankratius Kirche mit Glockenturm von 1471/72

Nachdem im Altarraum wieder ein Chorgestühl mit noch vorhandenen Brüstungsteilen aus der Barockzeit eingebaut worden war, löste der Künstler Rolf Bodenseh aus Aichtal/Württemberg diese Aufgabe, indem er als Altar einen schlichten Marrmorblock, der sich leicht an der oberen Kante nach innen wölbt, aufstellte. Der Stein wurde sorgfältig im Steinbruch in Laas/Südtirol ausgesucht. Der Marmor aus Laas war schon im Altertum wegen seiner Reinheit und Schönheit bekannt.

Der wertvolle Stein soll in seiner einfachen Form auf Jesus Christus hinweisen, der als der „Eckstein“ alles zusammen hält und als „reines und makelloses Opfer“ sich für die Sünden der Welt am Opferaltar des Kreuzes für uns hingab.

Der Ambo, ebenfalls entworfen von Rolf Bodenseh, aus Edelstahl mit Weißgoldauflage, zeigt durch seine Stellung und Form auf den Altar hin und schafft damit eine Verbindung zwischen dem Tisch des Wortes und des Brotes. Zugleich führt er die Linie der Seitenaltäre hin zum Mittelpunkt der Kirche, dem neuen Altar, weiter.

Der neue Altar

Der neue Altar ist nicht an die barocke Ausstattung des Gotteshauses angepaßt, sondern will bewußt als Altar aus unserer Zeit die Mitte des Gotteshauses bilden. Er ist, wie es in der „Allgemeinen Einführung des Römischen sehen Meßbuches“ für die Aufstellung eines Altares heißt, wirklich „der Mittelpunkt des Raumes, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet“. (Nr. VI Seite 63*)

Der Altar soll nach diesem Vorwort im röm. Meßbuch und der Liturgie zur Altarweihe folgende Wahrheiten des Glaubens ausdrücken:

  • Er ist Opferstätte besonderer Art, weil auf ihm das Kreuzesopfer durch alle Zeiten in der Eucharistiefeier Gegenwart bleibt, bis Christus wiederkommt.
  • Er ist der Tisch für das österliche Mahl, weil sich an ihm die Christen versammeln, um Gott Dank zu sagen und Christi Leib und Blut zu empfangen.
  • Er ist Sinnbild für Jesus Christus. Für die Kirchenväter ist der Altar ein Zeichen für Jesus Christus. Im 1. Petrusbrief lesen wir z.B. „Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, von Gott aber auserwählt und geehrt worden ist! Denn es heißt in der Schrift: Seht, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; und wer an ihn glaubt geht nicht zugrunde“.
    (Vergleiche: 1.Petr. 2, 4-9)

3 weitere Deutungen können wir in unserer Pfarrkirche hinzufügen:

  1. Der Altar ist Stätte des Bekenntnisses und der Entscheidung: Über dem Altar ist an der Decke das Bild Abrahams dargestellt. Abraham steht vor seiner Lebensentscheidung: Soll er Gottes Willen erfüllen? Sein Kostbarstes, seinen Sohn, Gott opfern, ihm zur Verfügung stellen, oder nicht! (Vergleiche Genesis 22) Auf dem neuen Altar wird das neue Opfer Abrahams dargebracht. Das Opfer ist der Sohn Gottes, der in seiner Liebe zu uns, den Kreuzestod auf sich nahm.
  2. Die Rinne um den Altar erinnert an den Opferaltar des Propheten Elija (vgl. 1. Buch der Könige 18,30 - 40). Der Prophet übergoß sein Opfer mit Wasser, so daß es den Graben um den Altar füllte. Elija rief damals seinem Volke zu: „Was hinkt ihr nach beiden Seiten, hin zu den Göttern der Welt und hin zu Jahwe, dem wahren Gott!“ — Entscheidet Euch! — Gilt dies nicht auch für heute?
  3. Irdische und himmlische Liturgie gehören zusammen. Die ersten Altäre in Rom und in der frühen Kirche wurden meistens über den Gräbern der Märtyrer errichtet. Die Märtyrer sind Zeugen des Glaubens und unsere Fürsprecher bei Gott. Treffend kommt dies in der Offenbarung des Johannes zum Ausdruck: Dort wird ein Bild der himmlischen Liturgie vor Gott entfaltet. Engel und Heilige stehen vor dem Throne Gottes. Davor steht ein Altar. Auf diesen Altar legen die Engel Weihrauch als Zeichen der Anbetung und auch die Gebete der Christen auf Erden (Offenb. 8,3-5). Zugleich flehen die Märtyrer Gott an, daß er den Christen auf Erden beistehen möge (Offen. 6,9). Dies wollen die Gestalten der Engel und der Heiligen in unserem barocken Altarraum uns bildhaft vor Augen halten.

Das Gebet zur Altarweihe bringt den Sinn des Altares gut zum Ausdruck:

„Wir preisen dich, Herr, unser Gott, wir rühmen deine unsagbare Güte.

Denn in vielen Bildern schauen wir das Geheimnis des Altares, das du vollendet hast in deinem Sohn Jesus Christus.

So hat dir Noach, der zweite Stammvater des Menschengeschlechts, nach der Sintflut einen Altar erbaut; du nahmst den Duft seines Opfers mit Wohlgefallen an und hast deinen Bund der Liebe mit den Menschen erneuert. Auch Abraham, der Vater unseres Glaubens, errichtete dir einen Altar und war in gläubigem Gehorsam bereit, dir seinen geliebten Sohn Isaak zu opfern. Auch Mose, der Mittler des alten Bundes, hat dir einen Altar erbaut und ihn besprengt mit dem Blut eines Lammes; so hat er auf den Altar des Kreuzes zeichenhaft verwiesen.

Alle diese Verheißungen hat Christus in seinem österlichen Heilswerk erfüllt. Als Priester und Opfergabe hat er sich am Stamme des Kreuzes dargebracht. Durch ihn hast du alle Sünden getilgt und den Neuen und Ewigen Bund mit der ganzen Menschheit geschlossen.

Darum bitten wir dich, Herr unser Gott: Gieße vom Himmel her deinen Segen aus über diesen Altar, der errichtet ist in deinem Hause. Für immer sei er die Stätte des Opfers Christi, für immer der Tisch des Herrn, an dem sein Volk gestärkt wird im heiligen Mahle.

Dieser Altar sei uns ein Bild des Herrn Jesus Christus aus dessen geöffneter Seite im Wasser und im Blut die Sakramente der Kirche hervorgehen. Dieser Altar sei die festliche Tafel, um die sich die Tischgenossen Christi freudig versammeln. Mögen sie hier ihre Sorgen auf dich werfen und neue Kraft schöpfen für den Weg, auf dem du sie führen willst.

Dieser Altar sei ein Ort vertrauten Umgangs mit dir und eine Stätte des Friedens. Alle, die hier den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen mögen mit seinem Geiste erfüllt werden und ständig wachsen in deiner Liebe.

Dieser Altar sei Quelle der Einheit für die Kirche und der Eintracht für diese Gemeinde. Jeder erfahre hier Gemeinschaft im Glauben und öffne sich dem Geist gegenseitiger Liebe.

Dieser Altar sei die Mitte unseres Lobens und Dankens, bis wir nach dieser Zeit die Freude der ewigen Heimat erlangen. Dort weihen wir dir ohne Ende das Opfer des Lobes auf dem lebendigen Altar, unserem Hobenpriester Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.“

Geschichte und künstlerische Ausstattung der Pfarrkirche

Die Pfarrei gehörte gebietsmäßig bis 1805 zu Vorder-Österreich und teilte vielfach das Schicksal der nahen Stadt Freiburg. Die erste gotische Kirche wurde 1496 geweiht. Schon damals wurden die beiden Patrone, der Hl. Pankratius von Rom, ein jugendlicher Martyrer um 300, und der Hl. Apollinaris, der erste Bischof von Ravenna (um 200), erwähnt.

Die Kirche wurde in der Barockzeit vergrößert. Am 6. März 1782 wurde die jetzige Kirche durch den Weihbischof von Konstanz eingeweiht. Von der alten Kirche blieb nur der Turm erhalten. Im Kircheninneren weist noch der Taufstein aus dem Jahre 1614 auf das frühere Gotteshaus hin.