Buchheim
Die Filialkirche St. Georg in Buchheim
Geschichte der ehem. Pfarrei Buchheim und ihrer Kirche (Holzhauser Str. 10)
Ob die 769 in der Mark Buchheim erwähnte Kirche tatsächlich die Ortskirche von Buchheim war, ist ungewiss. Auf jeden Fall darf jenes Marchgotteshaus als die am frühesten im Breisgau bezeugte Kirche gelten. Sichere Kunde von der Pfarrei Buchheim lässt sich erst 1230 gewinnen. 1342 gingen die Rechte an der Kirche auf die Deutschordenskommende Freiburg über. Der Deutsche Orden, der die Buchheimer Kirche inkorporierte, übte das Präsentationsrecht bei der Pfarrbesetzung bis zur Säkularisation 1803 aus.
Etwa in der Mitte des alten Dorfs gelegen, ragt der neugotische Glockenturm über die Bäume des Kirchplatzes empor. Dort befand sich bis 1843 noch der ehemalige Buchheimer Friedhof. 1586 unter Hans Ulrich Stürtzel von Buchheim, wurde der Kirchturm „bis auf den Grund abgebrochen und wieder aufgemauert“.
Das Kirchenschiff
Die lang gezogene Form des Kirchenschiffs hängt mit dem Umbau der Jahre 1760/62 zusammen, bei dem der Kirchenbau nicht nur barock umgestaltet, sondern gemäß Plan des Freiburger Stadtbaumeisters Johann Baptist Hering auch verlängert wurde. Schon dem Grundriss der Kirche sind die immer wieder erfolgten Eingriffe in die Bausubstanz anzusehen.
Geblieben ist das am barocken Chorbogen mit Eckmulden für die ehemals schräg gestellten Seitenaltäre ansetzende Langhaus des Johann Baptist Hering, das im Spiegel der Gipsdecke das Gnadenstuhl-Motiv des von C. Ph. Schilling 1908 geschaffene Dreifaltigkeitsgemäldes nach Dürer-Vorbild enthält. Additiv verbunden, öffnet sich am Chorbogen der Raum des Allerheiligsten. Spätgotische Gewölberippen mit dem wappengeschmückten Stürtzel-Schluss-Stein stellen eine Beziehung zum Himmelsgewölbe her. Die Gewölbefelder schieben sich zu einer Sternform zusammen. Ohne Zweifel haben die frühen Mitglieder der Ortsherrenfamilie Stürtzel auch den Buchheimer Chorbau erstellen lassen, der sich nach den Regotisierungsmaßnahmen des 19. Jhs. wieder seinem ursprünglichen Zustand genähert hat.
St. Georgs Kirche vor der Renovierung
Mit dem in gotischen Dorfkirchen oft verwendeten Raumschluss aus drei Seiten des Achtecks umfasste der Chor einst den Hochaltar wie mit einer Muschel. Die drei Chorfenster (mit den Peter- und Paul-Glasbildern von 1872/Schell, Offenburg) weisen zusätzlich auf die Dreizahl des Dreieinigen Gottes und damit auf die höchste Heiligkeit des Altarbereichs hin. In der vierseitigen Gestalt des Langhauses jedoch sahen die Baumeister des Mittelalters und auch der Barockzeit die Vierzahl der irdischen Welt der Christen (Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Lebensalter, Elemente, Evangelien, Enden des Kreuzes) angesprochen. Beide Raumteile der Kirche fügten sich nach dem Verständnis der Zahl der Bibel (3 + 4 = 7) zusammen und symbolisierten die Totalität der göttlichen Schöpfung (Himmel und Erde). Die Buchheimer Kirche überliefert als sakrales Erbe sinnbildlich religiöses Gedankengut.



